27.01.2012 -
Lippstadt. Um Fachkräfte zu gewinnen und an das Unternehmen zu binden, rückt familienbewusste Personalpolitik aus betrieblicher Sicht immer mehr in den Fokus. Neben Regelungen zur Kinderbetreuung ist die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf aktuelles Thema.
Zu der Fragestellung: „Vereinbarkeit von Beruf und Pflege von Angehörigen“ findet am 15. Februar in der Zeit von 9.30 bis 13.00 Uhr im Rittersaal „Schloss Erwitte“, Schlossallee 14, 59597 Erwitte eine Fachtagung statt. Zielgruppe dieser Tagung sind Unternehmen und Einrichtungen sowie Personalverantwortliche der Agentur für Arbeit und der Kommunen.
So wird Christa Beermann von ihren Erfahrungen aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis berichten. Praxisnah werden Erfahrungen aus 16 Unternehmen und ein Leitfaden von Regina Held, Zentrum Frau in Beruf und Technik, Castrop-Rauxel, vorgestellt. Des Weiteren wird es auch um Kontakte im Kreis Soest gehen. An wen kann ich meine MitarbeiterInnen verweisen? Wen kann ich als Unternehmen ansprechen, wenn ich dieses Thema in meinem Unternehmen umsetzen möchte? Gibt es schon gute Beispiele im Kreis Soest?
Im Anschluss an die Veranstaltung besteht die Möglichkeit, erste Kontakte mit den zuständigen Ansprechpersonen für das eigene Unternehmen zu knüpfen und ins Gespräch zu kommen.
Die Veranstaltung ist ein gemeinsames Angebot des Netzwerkes W(iedereinstieg) für den Kreis Soest, der Lokalen Bündnisse für Familie im Kreis Soest und der Regionalagentur Hellweg-Hochsauerland. Möglich ist diese Fachtagung durch die Förderung des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes NRW.
Anmeldungen sind bei der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Lippstadt, Daniela Franken, unter Tel. 02941/980-330 oder gleichstellung@stadt-lippstadt.de, möglich. Weitere Informationen unter www.lippstadt.de/gleichstellung.
Hintergrund 1:
Rund 2 Millionen Menschen sind in Deutschland pflegebedürftig, davon werden 68 Prozent in häuslicher Pflege betreut. Etwa 3 Millionen Menschen sind zudem auf unterstützende Hilfen angewiesen, die ebenso wie der Großteil der häuslichen Pflege von Familienmitgliedern übernommen wird. Vorwiegend Frauen, aber auch immer mehr Männer, übernehmen Pflegeverantwortung; 23 Prozent der Hauptpflegepersonen sind heute schon gleichzeitig berufstätig. Die demografische Entwicklung führt dazu, dass der Anteil pflegebedürftiger älterer Menschen wächst. Damit steigt auch die Zahl der ArbeitnehmerInnen, die zukünftig ihre berufliche Tätigkeit mit der Pflege eines Angehörigen vereinbaren müssen. Unternehmen stellen sich ihrer Verantwortung, sie fragen nach Informationen, Unterstützungshilfen und Kooperationsmöglichkeiten. Hier setzt die Veranstaltung an.
Hintergrund 2:
Das Netzwerk W(iedereinstieg) im Kreis Soest, Initiator dieser Veranstaltung und federführend dafür verantwortlich, wurde 2009 gegründet. Die kommunalen Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Soest haben sich mit über 30 Partnern aus Arbeitsagentur, Jobcenter, Weiterbildungs- und Beratungseinrichtungen, Familienzentren vernetzt. Koordinatoren dieses Netzwerkes sind die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Lippstadt Daniela Franken und der Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsplatz der Agentur für Arbeit Andreas Goesmann.