"Boxen für Unternehmer"

Was Kennzahlen, Berater und Banken zur zukunftsfähigen Ausrichtung von Unternehmen beitragen können

Unternehmenssicherung sollte nicht erst dann zum Thema werden, wenn eine Schieflage offensichtlich geworden ist, sondern schon in Zeiten, in denen es dem Unternehmen gut geht. So lautete ein Fazit der Veranstaltung "Informationen für ein unternehmerisches Frühwarnsystem", zu der die Wirtschaftsförderung Lippstadt eingeladen hatte.

Die 35 Teilnehmer im Technologiezentrum CARTEC ließen sich von den Referenten vor Augen führen, dass der bloße Blick auf die Liquidität des Unternehmens häufig trügerisch ist. Trotz akuter Probleme zum Beispiel bei der Auftragslage kann die Liquidität noch relativ gut sein, weil Zahlungen zu schon länger bestehenden Forderungen eingehen und durch die Flaute der Einkauf zurückgefahren wird. Bei Verbesserung der Lage treffen dagegen nur wenige Zahlungseingänge und erhöhter Materialbedarf zusammen und könnten dann zu einem Liquiditätsengpass führen.

Udo Heuer vom Mentoren-Service der IHK Arnsberg gab ein Plädoyer für das Arbeiten mit Kennzahlen. Er stellte zentrale Kennzahlen vor und nannte Datenquellen, aus denen diese ermittelt werden können. Die Möglichkeiten der Banken, auf eine Verschlechterung der Unternehmenslage hinzuweisen, erläuterte Roland Brehler von der Sparkasse Lippstadt. Die Banken sind aber ebenso wie die Steuerberater dazu auf aktuelle Daten aus den Unternehmen angewiesen. Ist der laufende Informationsfluss gewährleistet, können kritische Entwicklungen in regelmäßigen Gesprächen zwischen Unternehmen und Steuerberater früher erkannt werden, so Rolf Scheurer von der Lippstädter Steuerberatungsgesellschaft Scheurer und Partner.

Eine Möglichkeit des selbstkritischen Umgangs mit dem eigenen Unternehmen und des Hinterfragens der strategischen Ausrichtung bietet ein regelmäßiges "Unternehmenssparring". Frank Jokisch vom Beratungsunternehmen Effizienza verglich diesen Austausch zwischen Unternehmer und Berater mit dem Training eines Boxers mit seinem Sparringspartner. "Unternehmen, die dieses Instrument der Unternehmensführung nutzen, vereinbaren Termine dazu sogar häufig mit der Aussage "Wir müssen mal wieder boxen", so Jokisch.

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