Die Netzwelt - eine virtuelle Welt, echter als die Wirklichkeit

Ein spannender Krimi mit Christian Kohlund

Lippstadt. Es ist eigentlich der Traum von der totalen Freiheit, denn "Die Netzwelt", eine technisch optimierte Version des heutigen Internet, lockt mit unbegrenzten Möglichkeiten. Es ist eine virtuelle Welt, echter als die Wirklichkeit, in der die Kunden unter fremden Identitäten ihre geheimsten Wünsche wahr werden lassen können.

Die Inszenierung der Hamburger Hammerspiele, die am 2. Februar im Stadttheater Lippstadt gastiert, ist ein fesselnder Krimi über Recht und Unrecht in virtuellen Welten.

 

Als die junge Ermittlerin Morris das "Hideaway" unter die Lupe nimmt - einen virtuellen Club, der von dem Geschäftsmann Sims betrieben wird  - offenbaren sich auch die Abgründe hinter der Fassade der perfekten Simulation. Im "Hideaway" floriert das Geschäft mit des Menschen dunkelsten Phantasien, mit Sex und Gewalt. Morris schickt den verdeckten Ermittler Woodnut ins "Hideaway" - und betritt mit ihren Untersuchungen absolut Neuland. Denn die Phantasien, die Sims seine Kunden ausleben lässt, sind eigentlich keine Verbrechen - beruhen sie doch auf dem Einverständnis aller Beteiligten und bleiben ohne Konsequenzen in der realen Welt. Und auch ihr Spitzel Woodnut gerät immer tiefer in die nebulösen Machenschaften von "Die Netzwelt": Als er der neunjährigen Iris begegnet, eines von Sims? digitalen Geschöpfen, ist er fest entschlossen, das Mädchen aus dem Bannkreis seines geliebten Schöpfers zu befreien - mit fatalen Folgen.

 

"Die Netzwelt", das preisgekrönte Stück von Jennifer Haley, ist ein packendes Stück über Technologie und menschliches Begehren im anbrechenden virtuellen Zeitalter. Die Fragen, die es stellt, zielen unmittelbar auf die Fundamente unseres Rechts: Wessen Gesetz gilt im Internet? Wie real ist die virtuelle Welt? Was hat Vorrang: das Recht auf Privatsphäre oder die Notwendigkeit der Überwachung? An welchem Punkt wird aus der Kontrolle der intimsten Vorlieben Zensur?

Das Ergebnis ist ein fesselnder Krimi, der alle moralischen Gewissheiten auf den Prüfstand stellt - und ein verstörender Blick in eine Zukunft, die längst begonnen hat.

 

Von Jennifer Haley

Deutsch von Michael Duszat

Regie: Ralph Bridle

Ausstattung: Mascha Deneke

mit Björn Ahrens, Marco Albrecht, Christian Kohlund, Neda Rahmanian, Annika Schrumpf

 

Zu dieser Veranstaltung gibt es um 19.15 Uhr im Zuschauerraum eine Stückeinführung mit Linda Keil.

 

Hamburger Kammerspiele

 

Dauer: ca. 2 Stunden  inklusiv Pause

 

Termin: Freitag 2. Februar 2018, 20 Uhr

 

Ort: Stadttheater Lippstadt

 

Preise: ¤  22,- / 20,- / 18,- / ermäßigt: ¤ 11,- / 10,- / 9,-

 

Veranstalter: KWL Kultur und Werbung Lippstadt GmbH

 

Kartenverkauf: Kulturinformation Lippstadt im Rathaus, Lange Str. 14, 59555 Lippstadt, Tel. (0 29 41) 5 85 11, post@kulturinfo-lippstadt.de; Mo - Fr 10 - 18 Uhr, Sa 10 - 14 Uhr