1. Bestandsentwicklung und -pflege
Befragungen bei den Unternehmen zeigen immer wieder die große Bedeutung dieser vielfältigen Aufgabe. Den Unternehmen müssen Unterstützung und Beratung (häufig Erstberatung für alle betrieblichen Situationen) angeboten werden.
Schwerpunktmäßig geht es um folgende Anforderung:
- Betriebserweiterung (-Verlagerung)
- Unterstützung bei Behördenkontakten
- Vermittlung von Fördermitteln
- Vermittlung von Kontakten jeglicher Art
- Bereitstellung aktueller Informationen (z. B. durch Veranstaltung)
- Bündelung und Artikulation der Interessen der Unternehmen Lobby-Arbeit).
2. Ansiedlungspolitik, Standortwerbung, Existenzgründung
Für konkrete Vorhaben oder Standorte ist eine gezielte Anwerbung von Investoren/Unternehmen erforderlich. Dies betrifft z. B. den Handel oder auch bestimmte am Ort fehlende Dienstleister. Dazu gehört auch die Produktion geeigneter Werbematerialien und eine professionelle Internetpräsentation oder z. B. auch ein Lippstadt-DVD. Diese Medien werden in enger Kooperation mit dem Stadtmarketing hergestellt und aktualisiert.
Für das Regionalmarketing sind die vorhandenen Plattformen zu nutzen, nämlich die Regionale Südwestfalen (Regionale Agentur) sowie alle Angebote auf der Ebene des Landes Nordrhein-Westfalen.
Eine Beteiligung an Messen wird aus Kostengründen auf die ExpoReal konzentriert, die sich zu einem international bedeutsamen Marktplatz für Regionen und deren Immobilienprojekte entwickelt hat. Die Messe-Teilnahme im Verbund Südwestfalen stärkt gleichzeitig das Zusammengehörigkeitsgefühl der Region und ihrer Akteure. Unspezifische und allgemeine Werbemaßnahmen zwecks Ansiedlungen von Unternehmen sind enorm kostspielig und meistens erfolglos.
3. Örtliche und regionale Netzwerke
Die Initiierung von Netzwerken wie z. B. das Standortforum bleibt eine wichtige Aufgabe der Wirtschaftsförderung. Von ebenso großer Bedeutung ist die Beteiligung an überörtlichen Netzwerken wie das Automotive Netzwerk Südwestfalen.
Hinter diesen Ansätzen steckt die Cluster- oder auch Branchenstrategie, die auch die Wirtschaftspolitik auf Länderebene zunehmend prägt. Im Wesentlichen sollen durch die Cluster-Strategie Unternehmen einer bestimmten Branche zwecks Austausch und Kooperation an einen Tisch gebracht werden.
Auch außerhalb von bestimmten Branchenkonzepten sind Kooperationen ein zentrales Arbeitsinstrument, aus dem die Unternehmen vielfältigen Nutzen ziehen können. Ziel ist es letztlich, die am Standort vorhandenen Unternehmen und Branchen zum intensiven Austausch anzuregen und damit den Standort zu stärken.
4. Ausbildung/Weiterbildung/Fachkräfte
Die Herausforderung im Bereich Qualifikation und Fachkräftebereich sind kaum zu unterschätzen. Zum einen generiert die demographische Entwicklung einen wachsenden Bedarf, außerdem verfügt Lippstadt mit 7,2 Prozent über den höchsten Ingenieuranteil in Nordrhein-Westfalen, was allein schon einen erheblichen Ersatzbedarf und auch Weiterqualifizierungsbedarf auslöst.
Lippstädter Firmen mit einem hohen Ingenieurbedarf müssen erhebliche Anstrengungen zur Anwerbung von Fachkräften unternehmen. Der Mangel hatte sich vor der Krise auch auf den Bereich der Facharbeiter ausgeweitet. Durch die erfolgreiche Bewerbung um die neue FH wird beim Ingenieurnachwuchs eine deutliche Verbesserung eintreten. Die Ausbildung junger Ingenieure erfolgt sinnvoller Weise im Zusammenwirken zwischen Wirtschaft und Hochschule Hamm-Lippstadt (hshl). Mit der hshl wird eine enge Kooperation gepflegt, aus der weitere gemeinsame Projekte im Bereich der Weiterbildung und des Technologietransfers erwachsen können.
Das von der WFL initiierte ZDI-Zentrum am Lippe Berufskolleg hat die Aufgabe in Kooperation von Schulen und Unternehmen junge Menschen an die Technik und an den Ingenieurberuf heranzuführen. Aktuell kommt es darauf an, die Schulkontakte für dieses wichtige Projekt zu nutzen und attraktive Kursangebote für Schülerinnen und Schüler zu machen.
Der Aufbau der ZDI-Zentren wird landesweit vom Innovationsministerium unterstützt.
Der Bereich der Facharbeiterausbildung war bislang von einem Mangel an Ausbildungsplätzen geprägt. Das von der WFL gegründete Netzwerk für Ausbildung konnte durch zahlreiche Aktivitäten die Situation verbessern helfen. Es kann für die Zukunft aber davon ausgegangen werden, dass es ein Mangel an geeigneten und ausreichend qualifizierten Bewerbern geben wird. Diesem Trend entgegen zu wirken, wird besondere Anstrengung in der Zukunft erfordern.
5. Projektentwicklung
In Zusammenarbeit mit der GWL werden zukünftig verstärkt Immobilien-Projekte aufgegriffen, um die Umnutzung und Weiterentwicklung - insbesondere von Gewerbearealen - zu beschleunigen. Auf die bisherigen positiven Erfahrungen kann hier aufgebaut werden.
Die von der WFL initiierte Immobilienstandortgemeinschaft (ISG) westliche Altstadt ist ein anderer Projekttypus der laufendes Engagement erfordert. Bei weiteren städtebaulich wichtigen Projekten wie „Neues Einkaufen Südliche Altstadt" und „Südertor Ost" ist die WFL in enger Abstimmung mit der Stadt Lippstadt unterstützend aktiv.
Wie die Bewerbung um die neue FH, in die erhebliche Ressourcen geflossen sind, werden in Zusammenarbeit mit CARTEC weitere Technologieprojekte entwickelt. Hohe Priorität hat das Kompetenzzentrum-Fahrzeug-Elektronik (KFE), das in Zusammenarbeit mit der hshl, dem CARTEC und mehreren Unternehmen im Rahmen der Regionale 2010 auf den Weg gebracht wird.
6. Förderung des Einzelhandelsstandorts
Die Attraktivität des traditionell starken Einzelhandelsstandorts hat erhebliche Auswirkungen auf die Strahlkraft und das Image der Stadt. Leider hat das Ansehen Lippstadts auf diesem Gebiet nachgelassen. Die Wirtschaftsförderung macht es sich zur Aufgabe, im Rahmen ihrer Möglichkeiten zusammen mit den Partnern die Situation nachhaltig zu verbessern.
Von besonderer Bedeutung sind die fortlaufende Beobachtung des EH-Besatzes und der enge Kontakt mit Eigentümern, Maklern und Betreibern. Alle Möglichkeiten für die Gewinnung fehlender attraktiver Betreiber oder wichtiger Filialisten sollen genutzt werden. Für die Behebung der bestehenden Leerstände soll ein Handlungskonzept entwickelt werden.
Es ist deshalb erforderlich, dass sich alle Beteiligten (Werbegemeinschaft, Stadt, KWL/Stadtmarketing, ISG und WFL) über ein Maßnahmenkonzept verständigen. Hierzu soll regelmäßig ein Austausch der Beteiligten erfolgen.